0800 50 2000
Kostenlose Hotline

Wie viel Schlaf ist gesund?

Ausreichender Schlaf ist für eine gute Gesundheit unabdingbar. Der moderne Lebensstil führt jedoch dazu, dass Menschen zunehmend schlecht und vor allem zu wenig schlafen. Chronischer Schlafmangel und Schlafstörungen stehen dabei im Verdacht die Entstehung von Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 und kardiovaskulärer Erkrankungen zu begünstigen und somit das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu erhöhen. Gemäß aktueller Empfehlungen sollten Erwachsene daher zwischen sieben und neun Stunden am Tag schlafen. Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage, ob längerer Schlaf automatisch gesünder ist.

Im August 2018 erschien im Journal of the American Heart Association eine systematische Übersichtsarbeit, die den Einfluss der Schlafdauer und -qualität auf das kardiovaskuläre Risiko untersuchte. Dazu werteten Forscher der britischen Keele University die Ergebnisse von 74 Studien aus, die zwischen 1970 und 2017 veröffentlicht wurden und mehr als drei Millionen Teilnehmer einschlossen.

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass nicht nur verkürzter, sondern auch verlängerter Schlaf signifikant mit gesundheitlichen Folgen einhergeht. Mit wachsender Abweichung von der empfohlenen Schlafdauer und vor allem einer Verlängerung nahmen die negativen Effekte zu. Personen, die angaben mehr als acht Stunden zu schlafen, wiesen ein höheres kardiovaskuläres und Mortalitätsrisiko auf, als diejenigen, die weniger als sieben Stunden schliefen. Bei einer täglichen Schlafdauer von mehr als zehn Stunden zeigte sich sogar ein um 30 % höheres Sterberisiko als bei sieben Stunden. Die Forscher konnten nicht nur Effekte der Schlafdauer, sondern auch der Qualität zeigen. Nicht erholsamer Schlaf stand demnach in Verbindung mit einem signifikant erhöhten Risiko für die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit.

Letztlich konnte die Analyse die aktuelle Schlafempfehlung stützen und darüber hinaus zeigen, dass nicht nur Schlafmangel, sondern auch verlängerter Schlaf mit gesundheitlichen Risiken in Verbindung steht. Die Autoren postulieren, dass abnormaler Schlaf ein Hinweis auf ein gesteigertes kardiovaskuläres Risiko sein kann. Daher empfehlen sie Untersuchern ein größeres Augenmerk auf das Schlafverhalten ihrer Patienten zu legen, gezielt die Schlafdauer sowie -qualität zu erfragen und gegebenenfalls weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen abzuklären.

Das Schlafverhalten kann nicht nur Anhaltspunkte für krankhafte Veränderungen liefern, sondern die Gesundheit auch aktiv beeinflussen. Aus diesem Grund ist richtiger Schlaf ein essenzieller Bestandteil eines gesunden Lebensstils und hält Körper und Psyche dauerhaft fit und gesund.

Bild 1 © “contrastwerkstatt” / Fotolia.com

Diese Beiträge könnten dich auch noch interessieren

Cholesterin - darf ich Eier essen und wenn ja, wie viele?

by seca-ch

Cholesterin hat zweifelsfrei einen schlechten Ruf und ist Bestandteil einer Jahrzehnte alten Debatte. Es steht im Verdacht die Entstehung von Arteriosklerose zu fördern und Herzinfarkte und Schlaganfälle zu begünstigen. Aus diesem Grund wurde es lange Zeit als gefährlich eingestuft und cholesterinhaltige Lebensmittel, wie Eier, Fleisch und Butter regelrecht dämonisiert.

Ernährung im Alter: Richtig essen besser leben

by seca-ch

Ein Leben lang nimmt die Ernährung Einfluss auf die Gesundheit. Für eine optimale Funktionsweise des Körpers sollte sie ausgewogen, bedarfsgerecht und reich an Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen sein. Im höheren Lebensalter steigt durch ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren die Gefahr einer Fehlernährung. Man unterteilt sie in eine quantitative und qualitative Form, bei der entweder die zugeführte Energiemenge oder die Zusammensetzung der Nahrung nicht adäquat ist. Folglich steigt die Gefahr für Adipositas oder Mangel- und Unterernährung.

Gewichtskontrolle = Krebsprävention

by seca-ch

Trotz enormer Fortschritte in der Krebsbehandlung erkranken und versterben weltweit jedes Jahr Millionen von Menschen an Krebs. In den Industrienationen gehören Tumorerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen. Dabei gehen Schätzungen davon aus, dass circa die Hälfte der Krebsfälle durch einen gesunden Lebenswandel vermeidbar wäre. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Verzicht auf Nikotin, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. In den vergangenen Jahren kristallisierte sich ein weiterer eigenständiger Risikofaktor für die Entstehung von Krebs heraus: Adipositas.

Dick gesund, schlank krank?!

by seca-ch

Arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2 und Fettstoffwechselstörungen – all diese Erkrankungen werden durch Üb ergewicht und Adipositas begünstigt. Übermäßiges Gewicht gehört damit zu den wichtigsten gesundheitlichen Risikofaktoren. Im Gegensatz dazu gilt Normalgewicht als protektiv und gesundheitsfördernd. Betrachtet man hingegen die Stoffwechselgesundheit, trifft diese einfache Gleichung nicht zu.

Bioimpedanzanalyse – auf die Algorithmen kommt es an!

by seca-ch

Die Bioimpedanzanalyse (BIA) ist ein Verfahren zur Bestimmung der Körperzusammensetzung, das zunehmend in der Medizin sowie im Fitness- und Ernährungsbereich Anwendung findet. Als indirektes Verfahren hängt es grundlegend von den angewendeten mathematischen Gleichungen ab, die für die Berechnung der Körperzusammensetzung aus den Messparametern dienen. Ihre Entwicklung und Validierung ist ein aufwendiger und zeitintensiver Prozess, der letztlich jedoch über die Genauigkeit eines BIA-Gerätes entscheidet.

Die verschiedenen Fettgewebe und ihre Eigenschaften: ein Überblick

by seca-ch

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Duis commodo mauris vitae nulla gravida, eu iaculis odio interdum. Phasellus sit amet turpis et arcu rutrum laoreet in eget libero. Donec eget lorem efficitur, imperdiet eros nec, sollicitudin nisi. Integer quis enim in risus posuere suscipit vitae eu nulla. Mauris lacinia lectus non mi feugiat molestie.

Wenn die Innere Uhr aus dem Takt kommt

by seca-ch

Der menschliche Körper folgt dem Takt der biologischen Rythmen - allen voran dem zirkadianen Rhythmus. Mit einer Periodenlänge von circa 24 Stunden beeinflusst er die Körperfunktionen, darunter den Schlaf-wach-Rhythmus, die Nahrungsaufnahme sowie tageszeitliche Schwankungen von Körpertemperatur, Herzfrequenz, Blutdruck und der Hormonproduktion. Seine Erforschung brachte einem amerikanischen Forscherteam im Jahr 2017 sogar den Nobelpreis für Medizin ein.

Warum wir am Wochenende zunehmen

by seca-ch

Das Leben der meisten Menschen ist von Montag bis Freitag von täglicher Routine geprägt. Sie verlassen morgens das Haus, verbringen den Großteil des Tages auf der Arbeit, in der Uni oder der Schule und kehren am späten Nachmittag oder Abend wieder nach Hause zurück.

Mit Low-Carb gegen den Jo-Jo-Effekt

by seca-ch

Das Grundprinzip einer Gewichtsabnahme ist denkbar einfach. Sobald die zugeführte Energiemenge den täglichen Bedarf unterschreitet, greift der Körper auf eigene Reserven zurück und baut Fettdepots ab. Als besonders effektiv erweist sich dabei eine Kombination aus Ernährungsumstellung und vermehrter körperlicher Aktivität. Nach einer initialen Gewichtsabnahme stellt sich meist eine Phase der Stagnation ein, in der das Gewicht trotz Diät stabil bleibt. In dieser Zeit geht der Körper in einen „Hungerstoffwechsel“ über und wehrt sich gegen eine weitere Gewichtsabnahme mit einer Senkung des Grundumsatzes. Sobald wieder mehr Kalorien zur Verfügung stehen, versucht der Körper wiederum schnell Reserven für künftige Hungerperioden aufzubauen.

Mehr Zeit für Hebammen

by seca-ch

Der Beruf der Hebamme gehört zu den Ältesten der Welt. Trotz seiner jahrtausendealter und wechselhaften Geschichte wird er auch heute noch vielerorts missverstanden und unterschätzt. Dabei bringen Hebammen nicht nur Kinder zur Welt, sondern spielen weltweit eine wichtige Rolle für die Gesundheit von Müttern und Kindern. Im Jahr 2000 verkündeten die Vereinten Nationen acht Milleniums-Entwicklunsgziele. Darunter auch die Forderung nach einer deutlichen Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit. Hebammen galten als einer der wichtigsten Schlüssel zum Erfolg.Aus diesem Grund wurden in den Folgejahren Anstrengungen unternommen, um den Zugang zu Hebammen und ihre Aus- und Weiterbildung zu verbessern. Auch wenn die ambitionierten Ziele nicht gänzlich erreicht wurden, gelang es, die Zahl der Hebammen zu steigern und die globale Mütter- und Kindersterblichkeit zwischen 1990 und 2015 zu halbieren. Trotz erheblicher Erfolge bleibt die Versorgung durch Hebammen in vielen Regionen unzureichend. Weiterhin sterben täglich rund um den Globus circa 1000 Schwangere und Gebärende sowie etwa 7000 Neugeborene – davon 99 % in Entwicklungsländern.