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Sugar tax rauf – Zuckergehalt runter

Zucker ist ein billiger Geschmacksträger und findet breite Anwendung in der Lebensmittelindustrie. Besonders in stark verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Fertiggerichten und Süßigkeiten findet er sich in großen Mengen. Durch den steigenden Zuckergehalt vieler Lebensmittel und Konsum zuckerhaltiger Getränke nimmt sein Pro-Kopf-Verbrauch stetig zu. Dabei empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO maximal 25 Gramm beziehungsweise sechs Teelöffel Zucker am Tag. 

In vielen Ländern liegt der tägliche Verzehr jedoch bei einem Vielfachen der empfohlenen Menge. Zugleich birgt übermäßiger Zuckerkonsum langfristig hohe gesundheitliche Risiken und zählt zu den Hauptursachen für die Entstehung von Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ II. In den vergangenen Jahren rückte die Thematik daher zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit und Politik. Vielerorts wurden Maßnahmen beschlossen, um den Zuckerkonsum und die mit ihm einhergehenden Risiken einzudämmen. Dem Beispiel vieler Länder folgend, verabschiedete das britische Parlament im Jahr 2016 eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke und versucht mit weiteren Maßnahmen den Gehalt zugesetzten Zuckers in Lebensmitteln bis 2020 um 20 % zu senken. Die Sonderabgabe tritt im April 2018 in Kraft und wird auf Getränke mit einem Zuckergehalt von mehr als 5 Gramm pro 100 Milliliter erhoben. Übersteigt der Gehalt 8 g auf 100 ml, wird ein höherer Steuersatz berechnet.

Die Nichtregierungsorganisation Foodwatch untersuchte die Auswirkungen der geplanten Steuer auf den britischen Lebensmittelmarkt und veröffentlichte ihre Ergebnisse im März 2018. Demnach zeigte sie bereits vor der Einführung erste Effekte. Die Mehrheit der auf dem britischen Markt tätigen Unternehmen senkte in den vergangenen zwei Jahren den Zuckergehalt ihrer Getränke unter die 5-Gramm-Grenze beziehungsweise kündigte entsprechende Senkungen bis zum Inkrafttreten des Gesetzes an.

Gleichzeitig hat die Veränderung auch eine Schattenseite. Einerseits reduzieren die Hersteller die verwendete Zuckermenge, setzen den Lebensmitteln dafür aber vermehrt Süßungsmittel zu. Auch wenn bisher keine schädlichen Effekte beim Menschen nachgewiesen wurden, wird ihr Einsatz dennoch kontrovers diskutiert.

In Maßen konsumiert scheinen sie jedoch gesamtgesellschaftlich von Vorteil.

Auch wenn diese Entwicklung insgesamt als positiv zu werten ist, stellt sie nur einen Schritt im Kampf gegen Übergewicht und seine Folgeerkrankungen dar. Zwar sind Beschränkungen hilfreich, jedoch sollten sie mit weiteren Maßnahmen einhergehen, die eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie einen aktiven Lebensstil fördern. Nur durch die Kombination geeigneter Mittel kann das stetige Voranschreiten von Übergewicht und Diabetes gestoppt und verhindert werden, dass Über- und Fehlernährung zu den zentralen Gesundheitsproblemen des 21. Jahrhunderts werden.

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